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Süchtig nach dem Sturm
Autor: Norman Ollestad Sprecher: Till Demtröder Anzahl der CD: 5 Laufzeit: 350 Min. Verlag: Argon Verlag - 2010 Preis: ab ca. 25 €
Der kleine Norman wächst in den frühen 70er Jahren an der kalifornischen Pazifikküste auf. Sein Vater Big Norman ist sommers ein begeisteter Wellenreiter und im Winter auf Skiern immer da zu finden, wo duie Hänge halsbrecherisch steil und der Tiefschnee unberührt ist. Schon mit drei nimmt der Vater seinen Sohn mit aufs Surfbrett und mit vier ist der Junior auf Skiern ebenso sicher wie zu Fuß. Und das bleibt auch so, als sich die Eltern trennen, Norman mit seiner Mutter und ihrem neuen Freund Nick zusammenlebt und den Vater nur an den Wochenenden sieht.
Norman ist hin- und hergerissen zwischen Bewunderung für seinen Vater und dem Wunsch, ihm zu gefallen einererseits, und Zorn und Hass andererseits, weil er immer wieder an und über seine Grenzen hinaus geführt wird und das Überschreiten dieser Grenzen ein mitunter schmerzhafter Prozess ist; im mehrfachen Wortsinne.
Doch auch die Erfolge bleiben nicht aus; mit zehn Jahren gehört Norman zu den besten Skiläufern des Landes und fährt um die Landesmeisterschaft. Auf dem Transfer zwischen zwei Terminen passiert dann das Unfassbare: Das kleine Flugzeug zerschellt bei schlechtem Wetter an einem Berg, der Pilot und Normans Vater sind sofort tot. Für den kleinen Norman beginnt ein erbarmungsloser Kampf gegen Eis, Schnee und den Berg, ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit. Erst jetzt erkennt er den Wert all der Lehren, die sein Vater ihm in den letzten Jahren erteilt hat und schafft es, sich selbst zu retten.
Das ist alles fast dreissig Jahre her und nach einer schwierigen Jugend, die ganz unter dem Trauma des Erlebten stand, hat Norman inzwischen selbst einen kleinen Sohn. Und immer wieder erkennt er in seinem Verhalten das des eigenen Vaters, erliegt mehr als einmal der Versuchung, auch den kleinen Noah über seine Grenzen hinaus zu führen.
„Süchtig nach dem Sturm“ ist ein spannendes, dramatisches Hörbuch, hervorragend und durchweg einfühlsam gelesen von Till Demtröder. Aber jenseits der packenden Handlung der ersten beiden Drittel, die das wahre Schicksal des Autors autobiographisch wiedergeben auch ein Buch über Väter, Mütter und Söhne, das Erwachsenwerden und das Weitergeben von Erfahrungen und Leidenschaften.
Christian Stotz
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