„Fußballerleben mahnen uns: „Ihr könnt euch ducken, treten, batzen und beim
Scheiden hinterlassen Hufspuren in der anderen Fratzen.“
Mit seinem ersten Gedicht beginnt die Einführung in
Ernest Hemmingways Werk. In gewohnter Qualität hervorragend gelesen von Gert
Heidenreich und C. Bernd Sucher.
Niemals schrieb er Liebesgedichte.
Diese Einführung beginnt gewollt mit dem eher
unbekannten Ernest Hemingway als Lyriker und nicht dem Erzähler und lässt dabei
auch nicht offen, dass der berühmte amerikanische Schriftsteller ein
unangenehmer Aufschneider, ein aggressiver Schnösel, ja sogar ein Widerling
war.
Doch auch der Grund für diese negativen
Charaktereigenschaften wird genannt: Zum einen lässt der Mangel an
Selbstwertgefühl und der Hass auf seine Mutter tiefe Rückschlüsse zu. Zum
anderen macht dies klar, warum der Romancier dies mit seinem
"machohaften" Verhalten kompensierte.
Widerspiegelt sich das doch nicht selten in den
Männerfiguren seiner Romane. Es sind meist vom Leben geschlagene und am Ende
gebrochene Männer. So ist auch der brutale und grausame Mensch Hemingway
zu erklären, den nicht viele kennen oder erahnen, wenn sie Hemingways Werke
lesen.
Diese grausame Seite kommt noch deutlicher zu
Vorschein, wenn die Briefe Hemingways auszugsweise verlesen werden.
Töten war ihm, nach seiner eigenen Aussage, ein
Vergnügen.
Deswegen liebte er auch den Stierkampf
und stilisierte das Bild der Stierkämpfer
oder das eines "Jägers" zum Idealbild des Mannes
schlechthin hinauf.
Beinahe angewidert wird der Hörer, den
Schilderungen lauschen, welche Hemingways Kriegserlebnisse und seine
Ansichten beinhalten.
Ganz besonders, wenn der Brief des
Literaturnobelpreisträgers verlesen wird, in dem er schildert, wie er
einen flüchtenden jungen deutschen Soldaten tötete. "Ich schoss ihn in
sein Rückrat..."
Immer wieder wird auf diese Weise der Bogen
vom Leben Hemingways zu seinem Schaffen geschlagen. Von seinem Werk zu seinen
tatsächlichen Taten und nicht zu seinen Lügen, die er um sein eigenes
Ideal gerecht zu werden, gestalten und erfinden musste.
So entsteht eine gelungene und ansprechende
Biographie, die es versteht den Menschen Hemingway, mit all seinen Stärken und
Schwächen, dabei nicht nur den Literaten dem Hörer näher zu bringen und
gleichzeitig sein Werk vermitteln vermag.