Ernest Hemingway

Ernest Hemingway

 

Autor: Bernd C. Sucher
Sprecher: Gert Heidenreich
Anzahl der CD: 1
Laufzeit: 76 Min.
Verlag: Argon – 2009
Preis: 10 €

 


„Fußballerleben mahnen uns: „Ihr könnt euch ducken, treten, batzen und beim Scheiden hinterlassen Hufspuren in der anderen Fratzen.“

Mit seinem ersten Gedicht beginnt die Einführung in Ernest Hemmingways Werk. In gewohnter Qualität hervorragend gelesen von Gert Heidenreich und C. Bernd Sucher.

 

Niemals schrieb er Liebesgedichte.

Diese Einführung beginnt gewollt mit dem eher unbekannten Ernest Hemingway als Lyriker und nicht dem Erzähler und lässt dabei auch nicht offen, dass der berühmte amerikanische Schriftsteller ein unangenehmer Aufschneider, ein aggressiver Schnösel, ja sogar ein Widerling war.

 

Doch auch der Grund für diese negativen Charaktereigenschaften wird genannt: Zum einen lässt der Mangel an Selbstwertgefühl und der Hass auf seine Mutter tiefe Rückschlüsse zu. Zum anderen macht dies klar, warum der Romancier dies mit seinem "machohaften"  Verhalten kompensierte.

 

Widerspiegelt sich das doch nicht selten in den Männerfiguren seiner Romane. Es sind meist vom Leben geschlagene und am Ende gebrochene Männer. So ist auch der brutale und grausame Mensch Hemingway zu erklären, den nicht viele kennen oder erahnen, wenn sie Hemingways Werke lesen.

 

Diese grausame Seite kommt noch deutlicher zu Vorschein, wenn die Briefe Hemingways auszugsweise verlesen werden.

Töten war ihm, nach seiner eigenen Aussage, ein Vergnügen.

Deswegen liebte er auch den Stierkampf und stilisierte das Bild der Stierkämpfer oder das  eines "Jägers" zum Idealbild des Mannes schlechthin hinauf.

 

Beinahe angewidert wird der Hörer, den Schilderungen lauschen, welche Hemingways Kriegserlebnisse und seine Ansichten beinhalten.

Ganz besonders, wenn der Brief des Literaturnobelpreisträgers verlesen wird, in dem er schildert, wie er einen flüchtenden jungen deutschen Soldaten tötete. "Ich schoss ihn in sein Rückrat..."

 

Immer wieder wird auf diese Weise der Bogen vom Leben Hemingways zu seinem Schaffen geschlagen. Von seinem Werk zu seinen tatsächlichen Taten und nicht zu seinen Lügen, die er um sein eigenes Ideal gerecht zu werden, gestalten und erfinden musste.

 

So entsteht eine gelungene und ansprechende Biographie, die es versteht den Menschen Hemingway, mit all seinen Stärken und Schwächen, dabei nicht nur den Literaten dem Hörer näher zu bringen und gleichzeitig sein Werk vermitteln vermag.

 

Dennis Schmidtke