Echnaton

Echnaton

 

Autor: Nagib Machfus
Sprecher: Rainer Strecker
Anzahl der CD: 4
Laufzeit: 300 Min.
Verlag: Jumbo Neue Medien – 2004
Preis: ab ca. 20 €


Eine Reise auf dem Nil, unterwegs zu der Hochzeit seiner Schwester, macht den jungen ägyptischen Geschichtsschreiber Merimun auf eine Stadt aufmerksam, die so verlassen und missachtet vor ihm lag, dass er seinen Vater fragte, was es mit dieser auf sich hat. „Es ist die Stadt des Ketzers, und das Ketzerweib lebt dort noch …“, antwortete dieser.
Das war also die Stadt der Wunder, die sich nun dem Tod hingab, dachte Merimun und fragte sich, wie wohl Nofretete diese Einsamkeit ertragen konnte? Von da spürte er das heftige Verlangen die Wahrheit herauszufinden und sein Vater würde ihn ab nun nie wieder Trägheit vorwerfen …

Der Ketzer ist zwar tot, dennoch leben noch viele Zeitgenossen und so macht sich der junge Historiker auf dem Weg, sich mit den beiden Seiten der Geschichte zu beschäftigen, denn bislang kannte er nur die Gerüchte aus dem Tempel.
So befragt er Hohepriester, Echnatons Berater und Schwiegervater, Generäle, Weggefährte aus frühen Kindertagen und anderen wichtigen Personen aus dem engsten Kreis des sogenannten Ketzers.
Doch ganz zuletzt fährt er zu ihr, nach Achet Aton, zu Nofretete….

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Hier erwartet den Hörer eine Art biografischen Versuch einer der umstrittensten Pharaonen des Ägyptischen Reiches kennenzulernen.
Herausgekommen ist eine Gestalt, die wohl immer noch, nach Jahrtausenden genau das hinterlässt, was schon zu Lebzeiten die Menschen verwirrt hat. Einerseits eine „Lichtgestalt“, die nicht umsonst den Sonnengott anbetete, andererseits ein fast „nicht von dieser Welt“ anmutender junger Mann, der all das auf den Weg bringen wollte, was heute noch der Wunsch vieler ist:
Keine Gewalt, kein Krieg, nur Liebe soll die Menschen leiten.
Zu schön, um wahr zu sein, seiner Zeit viel zu weit voraus oder ein religiöser Fanatiker, der in seinem Wahn sich realitätsfern verirrte?
Nach wie vor gibt es Spekulationen, ob dieser Pharao an einen Gendefekt litt und dieser dazu führte, dass er sich so „abnorm“ verhielt.

Ohne Frage hat hier der Autor ein Buch geschaffen dass mehr wie ein Geschichtsbuch ist, er enthält genau die Botschaften, die es braucht, um mehr und mehr das Interesse zu wecken, um eine Figur zu hinterlassen, wie sie ambivalenter nicht sein könnte.

Rainer Strecker als Sprecher fühlt sich stimmlich in den jungen Merimun ein, entwickelt dabei eine immer drängendere Neugier, die auch auf den Hörer überspringt.

Sehr schön auch die musikalische Untermalung, die den Hörer auf den Nil mit segeln lässt, um die Reise zu einem weiteren Zeitgenossen einzuleiten. Eine bestens faszinierte Umsetzung, die nicht nur für alle „Ägypten-Fans“ begeistern wird.


Renate Prohaska